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  1. #1
    First Expedition Avatar von Geazaiten
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    [Story] Das Buch Kalon

    OT:
    Ich denke, ich werde VIEL schreiben, lasst euch aber bitte trotzdem nicht zu sehr von meiner Tetxtwand abschrecken, okay?
    Was jetzt folgt ist ein kleiner Prolog, danach fängt der eigentlich spannende Teil an, aber dadurch wird einem eben die allgemeine Situation erklärt, in der Kalon, mein Protagonist sich befindet. Viel Spaß beim Lesen und bitte kommentiert meine Arbeit

    Prolog:
    Elfen lebten von jeher äußerst isoliert, aber selbst unter ihnen war Kalon's Vater ein Sonderling.
    Als ein Mann mit starken Prinzipien machte er sich schneller Feinde, als er Bündnisse schließen konnte, was dazu führte, dass er bald ein nicht gern gesehener Mann war bei gesellschaftlichen Anlässen. Als die Situation zu eskalieren drohte, beschloss er, mit seiner Frau und seinem damals noch unmündigen Sohn die Stadt zu verlassen. Aus einem gewissen Anstand heraus wurde ihm ein Anwesen zur Verfügung gestellt, dass sich weit, weit draußen in der Wüste befand. Natürlich erwarteten sie, dass Kalon's Vater wie ein geprügelter Hund mit eingezogenem Schwanz zurückkehren würde, aber sie hatten nicht mit seiner Kämpfernatur gerechnet. Mit seiner Sturheit, vielleicht, aber niemand war verrückt genug, allein draußen in der Wüste zu leben, nicht wahr? Die Villa war alt, teilweise verfallen und stammte noch aus der Zeit vor dem Krieg der Götter. Als er nun vor dieser Ruine stand, beschloss er nicht, in die Stadt zurück zu kriechen und um Vergebung zu bitten, sondern nahm die Herausforderung an, die das Schicksal ihm stellte und begann, das Anwesen wieder aufzubauen. Wenige Jahre später war von der ursprünglichen Ruine nicht mehr viel übrig, alle verwertbaren Steine waren zu einem kleinen Herrenhaus verbaut worden, in dem er fortan mit seiner Familie lebte. Es war nichts besonderes, vor allem im Vergleich zur prächtigen Elfenstadt, aber da das Anwesen einen Brunnen besaß, der sogar noch sauberes Wasser führte, blieben sie und bauten eine Existenz auf. Man konnte eine komplette Wüste nicht in fruchtbare Felder verwandeln, aber mit Magie ließ sich zumindest genug anbauen, um zu überleben. Über einen Winter mussten sie sich keine Sorgen machen, dafür sorgte die sengende Glut der Wüste für karge Ernten. Das Leben war erträglich, aber nicht üppig.
    In einer solchen Umgebung wuchs Kalon auf. Da Magie für ihr Überleben von äußerster Wichtigkeit war, wurde Kalon schon früh von seinem Vater unterrichtet, allerdings nicht in der so beliebten Kunst der Zerstörung, sondern in der Kunst der Stärkung. Kalon war begabt und eifrig, aber er fristete ein einsames Leben und er sehnte sich bald nach mehr als der eintönigen Feldarbeit, die sich wiederholenden Magielektionen und der brennenden Sehnsucht nach der Stadt, die immer aufs Neue am Horizont lockte, Allemantheia, Stolz aller Elfen und in Kalons Augen Ziel all seiner Wünsche.
    Eines Nachts, die Familie war gerade zu Bett gegangen nach einem anstrengenden Tag, fingen Wesen an, um das Haus zu streifen. Das war äußerst merkwürdig, schließlich befand sich ihr Heim mitten in der Wüste. Auch konnten es keine Freunde sein, denn sie hätten an die Tür geklopft. Diese Wesen verhielten sich äußerst merkwürdig. Am nächsten Tag waren keine Spuren zu finden, nicht einmal im Umkreis mehrerer hundert Meter, also Taten alle es als Hirngespinst ab, der Wind hatte vielleicht etwas über den Sand geweht. Und so nahmen sie wieder ihr gewöhnliches Tagewerk auf, nicht ahnend, dass dieses Ereignis noch weitreichende Folgen haben würde.

  2. #2
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    Re: [Story] Das Buch Kalon

    Kalon schlug die Augen auf. Er war erst vor kurzem eingeschlafen, nachdem er Stundenlang in einem alten Wälzer gelesen hatte, der sich mit den Prinzipien der Magie beschäftigte. Ein furchtbar langweiliger Schinken, aber äußerst lehrreich.
    Kalon spitzte die Ohren. Er wusste wieder, was ihn aufgeweckt hatte. Ein leises Knistern drang an sein Ohr, wie von einem großen Lagerfeuer. Aber das war unmöglich, es gab zu wenig Kohle oder gar Holz, um es zum Feuern zu verwenden. Es war auch gar nicht nötig, schließlich waren die Tage heiß und die Nächte waren eine Kühle Abwechslung. Niemand würde in einem angenehm kühlen Haus ein Feuer anzünden. Und doch, Kalon konnte nun sogar den Brandgeruch riechen. Aber da war noch etwas, und dieser Geruch jagte ihm eiskalte Schauer über den Rücken. Mit einem Ruck sprang er aus dem Bett. Schnell zog er sich eine Hose über und ein Hemd über den Kopf, da stürmte er schon Richtung Tür. E riss sie auf, rannte den Gang hinunter, Richtung Haustür, von wo ihm dieser unglaublich wiederliche Gestank besonders stark entgegenschlug. Sie war nicht geschlossen.
    An der Tür blieb er stehen. Er überlegte einen Augenblick. Wollte er, was immer da draußen war, wirklich sehen? Der Gestank war inzwischen fast nicht mehr auszuhalten. Vielleicht sollte er lieber seine Eltern wecken. Sie würden sich bestimmt um das Problem kümmern.
    Nimm dich zusammen Mann, dachte Kalon plötzlich. Das waren äußerst untypische Gedanken für ihn. Als er noch darüber nachsann, woher er diese plötzliche Kühnheit nahm, stieß er schon die Tür auf, und was er dahinter erblickte, verschlug ihm den Atem. Auf dem Gelände vor der Haustür, auf dem er und sein Vater normalerweise ihre magischen Übungen abhielten, während seine Mutter sie in den wenigen Mußestunden beobachtete. Sie hatte keine Magie erlernt, da sie als eine der wenigen Hochelfen keinen Zugang zur Magie herstellen konnte, was für Elfen äußerst untypisch war, und ein Grund mehr, den Mann, der eine solche Frau heiratete, zu verachten. Nun brannte dort ein gewaltiger Scheiterhaufen, aufgetürmt aus den Möbeln, die sie sich geleistet hatten, um einigermaßen komfortabel leben zu können. Die Hälfte davon war bereits zu Asche verbrannt, aber die andere Hälfte war vermutlich erst später dazugekommen, oder hatte einfach später erst Feuer gefangen. Und vor diesem Feuer, in einer gigantischen Blutlache, lagen Kalon Eltern. Noch im Nachtgewand hatte ein unbekannter Feind sie aus dem Schlaf gerissen, nach draußen gezerrt und sie dann beide verstümmelt, bis sie am Blutverlust gestorben waren.
    Kalon war wie betäubt. Mit langsamen, schwankenden Schritten ging er auf die beiden Leichname zu, seine Füße platschten laut im Blut. Er bemerkte es nicht. Als er nahe genug gekommen war, ließ er sich nieder, zwischen seine Eltern. Dort lag er und schaute nach oben zu den Sternen hinauf. Als er nach rechts sah, blickte ihn seine tote Mutter in die Augen, gebrochen vom Tod, das Gesicht im Moment des Todes vor Leiden verzerrt. Kalon weinte. Aber er blieb still. Alles war still, nur das Knistern des Feuers und hin und wieder das Knacken, wenn ein wertvolles Möbelstück in der Hitze auseinander gefressen wurde von den Flammen erfüllten die Nacht. Irgendwann hörte Kalon auf zu weinen. Er war nicht abgestumpft, aber irgendwie fühlte es sich an, als habe er nun genug um seinen Mutter geweint. Nach einer Ewigkeit, als er sich bereit fühlte, drehte Kalon seinen Kopf in die andere Richtung, dorthin, wo sein Vater lag. Sein Gesicht war das erschreckendere von beiden. Es zeigte Wut, Erschrecken, und unbändigen Hass, ein Hass, wie íhn nur wenige Menschen empfinden können, so tief und finster, dass er sich nicht durch Worte ausdrücken lässt. Kalon traten wieder Tränen in die Augen. Was war geschehen? Er hatte doch gelesen. Warum hatte er nichts bemerkt? Aber der Ausdruck seines Vaters, so erschreckend er auch war schenkte ihm wieder ein bisschen Mut. Er würde ihn einfach rächen. Etwas so böses kann es nur einmal auf der Welt geben, und er, Kalon, würde diesen Jemand finden und ihn zur Rechenschaft ziehen. Langsam stand er auf.
    So würde er es machen. Er sah an sich herunter. Das Hemd, das er sich übergezogen hatte, war vollkommen mit Blut befleckt. Er sah aus, als sei er von den Toten wiederauferstanden. Bei dem Gedanke musste er fast ein bisschen schmunzeln. Das Gefühl verschwand schnell wieder, als ihm bewusst wurde, von wem das Blut stammte. Dann wurde ihm schwarz vor Augen.

  3. #3
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    Re: [Story] Das Buch Kalon

    Kalon wachte mit einem metallischen Geschmack im Mund auf. Außerdem hatte er absolut verkrampfte Muskeln. Als er sich umblickte, erinnerte er sich wieder, wo er war und was letzte Nacht geschehen war, und er übergab sich. Danach fühlte er sich noch nicht einmal besser. Was für ein Scheißtag. Mit zitternden Gliedmaßen rappelte er sich auf, nur um von einem neuen Schwächeanfall getroffen wieder zusammensackte. Er musste sich erst einmal hinsetzen, um Kräfte zu sammeln. Während er so dasaß, blickte er über den Hof. Das Feuer, in dem ihre, seine ganze Habe verbrannt hatte, war inzwischen heruntergebrannt und hatte nichts als leicht rauchende Überreste hinterlassen. Ein gewaltiger Berg Asche, der vermutlich demnächst vom Wüstenwind über ganz Arborea verteilt sein würde. Die riesige Blutlache, in der die tanzenden Flammen sich gespiegelt hatten, war eingetrocknet und hatte nichts als blutigen, krustigen Schlamm hinterlassen. Seine Eltern lagen unverändert da. Bevor ihn die Übelkeit wieder überkommen konnte, schloss er die Augen und atmete tief durch. Er musste Gräber für sie ausheben, er könnte sie nicht einfach der Sonne zum trocknen überlassen. Nach kurzem Überlegen entschloss er sich, sie hinter dem Haus zu begraben. Dort stand eine kleine Statue eines Drachen, ein wirklich seltenes Motiv. Er würde einen wunderbaren Grabstein abgeben.
    Nach einem letzten Atemzug rappelte Kalon sich auf. Mit entschlossener Miene ging er ins Haus, um vielleicht nach etwas zu suchen, mit dem er die Gräber leichter ausheben könnte. Für Magie fühlte er sich nicht stark genug. Allerdings war das Haus komplett leergeräumt worden, sogar die Dinge, die für einen Transport zu schwer waren, waren zertrümmert und in Einzelteilen nach draußen geschleppt worden, das erkannte Kalon an den vielen Trümmerteilen, die noch hier und da auf dem Boden verstreut lagen. Es war absolut unfassbar, aber offensichtlich hatten sie sogar den riesigen Schreibtisch, von dem sein Vater immer erzählt hatte, er wäre immer sein wertvollster Besitz, nach draußen geschleppt worden, obwohl das Ding eigentlich unverrückbar war. Es hätte vermutlich ein Erbstück werden sollen, aber jetzt lag es zusammen mit den anderen Möbeln wahrscheinlich in Ascheflocken auf dem Hof. Auch die Türen waren herausgerissen worden, mit solcher Gewalt, dass die kompletten Türangeln verbogen und wie Papier gerissen waren. Einzig und allein Kalons eigenes Schlafzimmer war unversehrt geblieben, ein Umstand, der ihm mehr als rätselhaft blieb. Warum sollte jemand, der sogar Türen mutwillig zerstörte, gerade dieses Zimmer in Ruhe lassen? Um nicht zu stören? Zweifelhaft.
    Kalon ging hinein. Alles lag unverändert, sogar das Buch in dem er letzte Nacht gewälzt hatte, lag noch aufgeschlagen auf dem Schreibtisch. Kalon sah sich um. Da war sein Bücherregal, das seine vielen Abhandlungen über magische Theorie enthielt, dort stand sein Bett, da der lächerlich kleine Abklatsch von einem Schreibtisch, den der Riesenwälzer darauf fast verdeckte, und in einer Ecke, ein kleiner Nachtschrank. Er war vollgestopft mit den Kleidern, die er besaß, nützlichem Krimskrams, der aber eigentlich unnütz war, und einem Rucksack, der sich mit Magie vergrößern und verkleinern ließ. Das war unglaublich nützlich, vor allem, da sie den Inhalt gleich mitschrumpfte. Kalon seufzte. Nichts davon war wirklich zu gebrauchen, um ein Grab auszuheben. Er würde wohl sein Regal auseinandernehmen müssen, um die Bretter als behelfsmäßige Schaufeln zu missbrauchen.

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